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Kinder und (nicht ganz) alkoholfreies Bier

Auf jeden erzieherisch tätigen Menschen kommt ja irgendwann mal die Frage zu:
Ab wann lasse ich mein Kind Alkohol trinken?
Meine Antwort:
NIE, so lange es ein Kind ist.

Nun sind meine Kinder in diesen Ferien mit ihren Großeltern unterwegs, und wie auch immer es dazu kam, es kam die Frage nach alkoholfreiem Bier zum Mittag auf. Mein regelbewusster 12 jähriger rief mich sicherheitshalber an, um nachzuhaken ob das okay wäre. Nein, natürlich nicht, was für eine doofe Frage, aber das hatte er sich schon gedacht, sonst hätte er sich nicht rückversichert. Meinem 14jährigen Sohn habe ich das gleich mit untersagt, is´ ja klar.
Daraufhin hat er dann bei seinem Vater nachgefragt, bei dem er auch aufwächst.
Dieser erlaubt grundsätzlich Dinge, die ich ablehne oder untersage, selbst wenn er im Grunde meiner Meinung ist, einfach um mir eins reinzuwürgen.
Also hat er es dem 14 jährigen natürlich erlaubt.

Nun denkt ihr euch, ja…meine Fresse EIN alkoholfreies Bier, was macht das schon?
Es macht eine ganze Menge, denn

1. gibt es kein alkoholfreies Bier, es ist lediglich alkohol reduziert und
2. geht es mir um Suchtverhalten.

Ich bin der Meinung, dass Kinder sich nicht an den Geschmack von Alkohol gewöhnen sollen, meine Kinder dürfen (leider nur bei mir zu Hause) auch nicht nippen oder winzige Reste auslecken oder ähnliches, was viele Eltern ganz offenbar für harmlos halten.
Das sind dann aber auch oft DIE Eltern, die sich später wundern, warum ihren 14jährigen Sprossen dann Bier schon schmeckt, oder warum Alko-Pops so einen enormen Zulauf hatten.

In der Familie des Vaters und auch in meiner Familie gab es Sucht-Probleme mit Alkohol und DAS alleine wäre doch eigentlich schon ein Grund den Kindern nie die Gelegenheit zu geben sich an den Alkohol quasi „ranzutrinken“.

Ich finde alle Erziehungsberechtigten, die ihren Kindern den Zugang zu Alkohol ermöglichen, erleichtern oder generell erlauben, handeln unverantwortlich und riskieren die Gesundheit ihrer Kinder wissentlich und willentlich.

Ich selber trinke (wenn auch selten) auch Alkohol und es geht mir nicht darum, Alkohol generell zu verteufeln, das wäre heuchlerisch, es geht mir darum, dass Kindern der Zugang unmöglich gemacht werden sollte, und wir Eltern sollten sie nicht unterstützen und ermutigen sich an Alkoholgeschmack zu verwöhnen.
Und der Einwand: Öh…das haben wir als Kinder doch alle mal gemacht und sich dann lachend von den Kotzorgien zu erzählen, finde ich weder hilfreich noch witzig.
Wenn sich ein Kind nach Alkoholmißbrauch übergibt und es sich schlecht fühlt, sollte man mal lieber darüber nachdenken, dass es sich hier um eine VERGIFTUNG handelt.
Fändet ihr es auch so witzig wenn sich euer Kind mit Kumpels eine Line reinzieht, Zigaretten qualmt, Tabletten einpfeift und sich dann halb tot kotzt?!

Ich glaube nicht.

Hier noch ein  Artikel zum Thema alkoholfreies Bier:

hier drauftippen

Cyber-Mobbing unter Kindern

Aus eigener Erfahrung kann auch ich nun traurigerweise bei Cyber-Mobbing mitreden.

Frau denkt ja immer nur ach herrje…die armen Kleinen (von anderen Leuten)…aber nein auch uns hats nun getroffen.

Es ist ein kleiner Vorfall…eigentlich ein winzigkleiner Vorfall gemessen an dem, was es sonst noch so gibt, aber ich finde, das ist schon ein winzigkleiner Vorfall zu viel.

Mein Kind hat einer (wie es dachte) Freundin sein Facebook Passwort nicht verheimlicht, diese hat es dann einem anderen Mädchen weiter gegeben und diese hatte nichts besseres zu tun als eine verbale Schweinerei im Namen meines Kindes beim „Was machst du gerade“ Status zu posten.

Es ist natürlich eine Sache so blöd und vertrauensseelig zu sein und ein Passwort weiterzugeben, aber ich finde dennoch es ist eine ganz andere, sich dann in den Account eines anderen einzuloggen und in dessen Namen peinliche oder gemeine Dinge zu posten.

Ich habe mit den Eltern des einen Kindes gesprochen und sie darüber aufgeklärt, was ihr Kind so treibt.

Die anderen Eltern des Poster-Kindes werde ich auch noch informieren.

Diese wissen scheinbar ohnehin nie, was ihr Kind so treibt, aber vielleicht bringt es ja doch was, sie mal darüber zu informieren, auch wenn ich aus letzten Erfahrungen mit diesem Kind weiß, dass da moralisch eh Hopfen und Malz verloren sind.

Schade, dass sich viele Eltern nicht die Zeit nehmen (können/wollen), zu überprüfen, was ihre Sprosse so treiben, bzw. offensichtlich null Wert drauf legen sich Zeit für ihre Kinder zu nehmen und mal zu schauen wie sie sich moralisch entwickeln oder einfach die Augen davor verschließen (vielleicht „verwächst“ es sich ja noch).

Wenn Kinder im Alter 11-13 schon so verkorkst sind, dass ihnen moralische Werte voll vorbei gehen und es sie nicht die Bohne kratzt welche Auswirkungen ihre Taten haben können, ist das ein trauriges Abbild unserer Gesellschaft ein und peinliche Offenbarung des Erziehungsversagens ihrer Eltern.

 

Update:

Das eine Mädchen hat sich tatsächlich persönlich entschuldigt, sie kam zu uns, hat auch einen Brief mitgebracht, falls mein Kind nicht mit ihr reden will.

Da kann ich nur sagen: Respekt!! und Thumbs up!!


Die andere Göre hat angerufen, hatte mich am Telefon und meinte nur, ich will mich entschuldigen, ich sagte, dass sie das schon bei meinem Kind machen müsste.Ach..jetzt geht grad nich´muss Hausaufgaben machen.


Na dann..TSCHÜSS und das hoffentlich für immer.

So jung und schon so abgebrüht….und das ist unsere Zuknunft…wie schön